27. Oktober 2016, 14:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
So leicht war Gärtnern noch nie. Mit vollautomatischen Mini-Gewächshäusern für die eigenen vier Wände braucht man noch nicht einmal einen grünen Daumen. Allerdings hat der Komfort auch seinen Preis.
Es gibt immer mehr vollautomatische Mini-Gewächshäuser für den Gebrauch in der Wohnung. Sie sind das ganze Jahr über nutzbar und einfach in der Handhabung.
Sie müssen lediglich das Gerät zusammenbauen, Wasser in den Behälter gießen und anschließend die gewünschten Samen dazugeben. Der Behälter versorgt die Pflanzen selbständig mit Wasser. Die integrierte Lampe mit Zeitautomatik sorgt für genügend Licht.
Je nach Anbieter können in den automatisierten Gewächshäusern beispielsweise Küchenkräuter wie Basilikum, Thymian, Zitronenmelisse, aber auch Chili, Rucola, essbare Blumen, Salate und Tomaten angepflanzt werden.
Ein Gewächshaus als Wohnaccessoires
Einige Anbieter der vollautomatischen Mini-Gewächshäuser für zu Hause sind beispielsweise Plantui, OUBO oder Click & Grow. Eines der teueren Alles-in-einem-Gewächshäuser ist das Plantui 6 Smart Garden, das laut Hersteller stolze 265 Euro kostet. Allerdings eignet es sich aufgrund seines Designs durchaus auch als elegantes Einrichtungs-Accessoire. Das Gewächshaus hat einen eingebauten Computer, der Licht, Wasser und Nährstoffe ganz alleine reguliert. Es ist ausgestattet mit einer automatischen Bewässerungspumpe und einem Beleuchtungssystem mit insgesamt 18 verschiedenfarbigen LED-Leuchten. Die speziellen Lichtspektren, die das Licht des Mittsommers reproduzieren, machen einen ganzjährigen Kräuter-, Salat- oder Blütenanbau möglich.
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Die Pflanzen werden in Kapseln geliefert (Kosten: ca. 18 Euro im Dreierpack) und in das Gerät gegeben. Bis zu sechs verschiedene Pflanzenarten können gleichzeitig gepflanzt werden. Zu den Kapseln muss der Nutzer nur noch Wasser und Nährstoffe in das Gerät geben. Laut Hersteller dauert es fünf bis acht Wochen vom Samen bis zur prächtigen Pflanze. Einzige Aufgabe des Nutzers in dieser Zeit: Wasser nachgießen, sobald das Gerät ein bestimmtes Lichtsignal dafür gibt, und mitunter die Höhe der Lichteinheit verstellen, sodass die Pflanzen Platz haben, nach oben zu wachsen.
Das folgende Video veranschaulicht die Funktionsweise des Plantui 6 Smart Garden:
Die Vorteile dieser Art des Gärtnerns: Man braucht keine Erde und nicht viel Zeit. Auch das lästige Abwaschen der Pflanzen vor dem Verzehr ist nicht mehr nötig. Man bekommt das ganze Jahr über frische, ungespritzte Kräuter und Gemüse. Zudem eignet sich zum Beispiel das Plantui 6 Smart Garden aufgrund seines unauffälligen Designs als schmückendes Element in der Wohnung.
Die Nachteile: Das Gärtnern ist im Vergleich zu einem herkömmlichen Kräutertopf oder dem Anbau im Garten wesentlich teurer, denn sowohl die Geräte als auch die Pflanzen, die zu Teil in speziellen Kapseln geliefert werden, haben ihren Preis. Außerdem brauchen die Gewächshäuser, genauer gesagt: die eingebauten LED-Leuchten, Strom, wenn auch vergleichsweise wenig. Ein weiteres Manko ist etwa beim Plantui 6 Smart Garden die eingeschränkte Höhe, sodass man je nach Pflanze rechtzeitig abernten muss und womöglich neue Kapseln benötigt, was natürlich wieder Kosten verursacht.
Fazit: Für Stadtmenschen ohne Garten und Balkon sind die vollautomatischen Gewächshäuser für die Wohnung sicherlich eine gute und vor allem stylische Alternative. Das Konzept, zu Hause ganzjährig Kräuter, Salate oder Blumen hochzuziehen, passt zu aktuellen Ernährungstrends, bei denen frische Zutaten eine große Rolle spielen. Allerdings wird der hohe Anschaffungspreis und die Kosten für Samenkapseln viele Interessierte vom Kauf eines vollautomatischen Gewächshauses wie dem Plantui 6 Smart Garden abhalten. Einige Anbieter haben jedoch auch vollautomatische Gewächshäuser unter 100 Euro im Angebot.