
9. April 2025, 10:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Deutschland lieben es die Menschen, online zu bestellen. Vor allem zur Hochsaison rund um den Black Friday müssen Lieferdienste täglich Tausende Pakete transportieren. Diesen enormen Aufwand möchte sich die DHL künftig extra bezahlen lassen und plant eine neue Zusatzgebühr.
Die DHL führt im diesjährigen Vorweihnachtsgeschäft eine neue Sondergebühr von 50 Cent pro Paket ein. Diese soll ausschließlich für Geschäftskunden gelten und zusätzlich zur bereits etablierten Peak-Gebühr von 19 Cent fällig werden. Der Zeitraum betrifft die beiden versandstärksten Wochen zwischen dem 24. November und 7. Dezember 2025. Die Maßnahme stößt auf heftige Kritik, vor allem vonseiten kleiner und mittlerer Online-Händler, die sich durch die Zusatzkosten in ihrer Existenz bedroht sehen.
Neuer Zuschlag zur Hauptsaison des Versandhandels
Bereits seit 2022 erhebt DHL in den Monaten November und Dezember einen sogenannten Peak-Zuschlag von 19 Cent pro Paket, um die Qualität der Zustellung trotz stark erhöhter Sendungsmengen sicherzustellen. Für das Jahr 2025 kündigte der Konzern nun eine weitere Gebühr an, die in der Black Week und Cyber Week gilt. Sie betrifft ausschließlich Geschäftskunden und wird zusätzlich zur bestehenden Abgabe erhoben.
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Wie DHL auf Nachfrage bestätigte, soll die Sondergebühr für Pakete zwischen dem 24. November und 7. Dezember gelten. Grund für die Maßnahme seien die hohen Sendungsmengen in diesem Zeitraum. Um diese zu bewältigen, investiere DHL in zusätzliches Personal und Fahrzeugkapazitäten. Die dadurch entstehenden Kosten würden durch den neuen Zuschlag gedeckt.
Heftige Kritik an Paket-Sondergebühr der DHL
Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) spricht von einer „einer Zumutung“ für Händler. Nach Angaben des Verbands liegt die neue Sonderabgabe bei 50 Cent pro Paket, auch wenn DHL die genaue Höhe nicht offiziell bestätigt hat. Insgesamt würden sich die Zusatzkosten damit auf bis zu 69 Cent pro Sendung summieren.
Insbesondere kleinere und mittlere Online-Shops könnten durch diese Zusatzbelastung unter Druck geraten. Laut BVOH sind Umsätze im fünfstelligen Eurobereich gefährdet. Der Verband fordert die sofortige Rücknahme der geplanten Maßnahme und wirft DHL vor, strukturelle Anpassungen zu umgehen und stattdessen kurzfristige Aufschläge zu nutzen. Unklar ist, ob Händler die Zusatzgebühr womöglich auf Kunden umlegen.

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So lässt sich die Gebühr umgehen
Die DHL selbst macht Vorschläge, wie Händler die Sondergebühr für Pakete umgehen können. Das Lieferunternehmen verweist darauf, dass Geschäftskunden die neue Zusatzgebühr vermeiden können, wenn sie ihre Sendungen vor dem betreffenden Zeitraum in das System einspeisen. Als Alternative schlägt das Unternehmen vor, Aktionen wie den Singles Day am 11. November stärker zu nutzen. Dieser Verkaufsaktion kommt auch in Deutschland zunehmend Bedeutung zu.
Der BVOH hingegen fordert weitergehende strukturelle Lösungen. Unter anderem wird vorgeschlagen, während der Hochphasen Pakete aus Fernost – etwa von Plattformen wie Temu – für einige Tage zu verzögern, um das heimische Logistiknetz zu entlasten.