8. November 2024, 14:07 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Amazon versucht schon seit Jahren, sich in Deutschland auch im Segment der Lieferung frischer Lebensmittel zu etablieren. Der nächste Schritt ist nun eine Kooperation mit Knuspr, die ein besonderes Augenmerk auf regionale Produkte legen. Das hat Vor- aber auch Nachteile für einige Nutzergruppen.
Mit Fresh hat Amazon bereits ein Programm zur Auslieferung frischer Lebensmittel. Das will der Konzern jetzt aber auf dem heiß umkämpften deutschen Markt noch weiter ausbauen und geht dafür eine Partnerschaft mit Knuspr ein. TECHBOOK erklärt, was diese genau beinhaltet und was Kunden wissen sollten.
Amazon und Knuspr kooperieren
Gerade zur Anfangszeit der Corona-Pandemie boomte der Markt der Lebensmittel-Lieferanten in Deutschland. Seitdem hat die Konkurrenz stark zugenommen, einige Anbieter wie beispielsweise Getir wurden in Folge bereits verdrängt. Ein großer Name auf dem Markt ist Amazon. Zwar lief es zuletzt für das US-amerikanische Unternehmen auch nicht immer rosig.
Allerdings testet Amazon immer wieder neue Ansätze und hat dafür jetzt mit Knuspr einen neuen Partner. Seit dem 7. November können Kunden von Amazon Prime über die Plattform auch bei dem Lebensmittel-Lieferanten Knuspr bestellen. Das Versprechen: eine große Auswahl und eine mögliche Lieferung noch am selben Tag innerhalb von drei Stunden.
Die Lieferung kann dabei von Montag bis Samstag zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen. Allerdings gibt es einen Mindestbestellwert von 39 Euro. Ab einem Einkaufswert von 79 Euro entfallen dafür die Lieferkosten. Ansonsten variieren diese je nach Umfang der Lieferung und dem gewählten Zeitfenster, beginnend bei 90 Cent bis maximal 4,90 Euro.
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Lieferung örtlich begrenzt
Zu Beginn der Kooperation bekommen Prime-Kunden zudem einen Rabatt in Höhe von 10 Euro und eine kostenlose Lieferung. Einen Haken gibt es allerdings. Die Knuspr-Lieferung über Amazon steht bislang nur in Berlin zur Verfügung. In Zukunft sollen noch München und Augsburg sowie Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet dazu kommen.
Theoretisch wären noch weitere Gebiete möglich, die Knuspr momentan bereits selbst beliefert. So deckt das Unternehmen laut seiner Website etwa auch Potsdam und Umgebung ab. Ein Test auf Amazon ergab allerdings, dass zumindest über diese Plattform die entsprechenden Postleitzahlen nicht zur Verfügung stehen.
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Wer ist Knuspr?
Knuspr wirbt mit Slogans wie „Das Beste aus Supermarkt und Hofladen“. Das macht den Fokus des Lieferanten deutlich: regionale Produkte. Laut der Shopseite können Kunden aus bis zu 19.000 Produkten von 150 lokalen Partner wählen.
Hinter Knuspr steht im Übrigen die tschechische Rohlik-Gruppe – benannt nach dem gleichnamigen croissantähnlichen Brötchen, das sich auch im Firmenlogo wiederfindet. Während viele Konkurrenten aktuell Probleme haben, Investoren zu finden, hat das 2014 gegründete Rohlik unlängst eine Finanzspritze in Höhe von 190 Millionen Euro erhalten, wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet. Ein wesentlicher Teil davon kam von der Europäischen Zentralbank. Dieses Geld soll unter anderem genutzt werden, um den Markt in Deutschland anzukurbeln, so CEO Tomáš Čupr.
Man wolle in 15 weiteren Städten die Marke voranbringen. Das könnte auch der Kooperation zwischen Amazon und Knuspr nützen. Kunden könnten etwa von einem breiteren Angebot in mehr Städten profitieren.