
3. April 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Einmal hat jedes elektronische Gerät einmal ausgedient – und dann? Verbraucher sollten sich den neuen Service bei Edeka zu alter Elektronik anschauen. Die Supermarktkette belohnt das nämlich.
In den meisten Fällen wirft man den eigenen Müll einfach in den passenden Eimer zu Hause. Ist der einmal voll, geht es damit in den Container im Hof oder Keller. Bei Elektrogeräten sieht die Sache schon anders aus, denn sie sollten auf einem separaten Weg entsorgt werden. Das ist mit deutlich mehr Aufwand verbunden und im Normalfall hat man davon auch nichts. Wer aber bei Edeka die eigene alte Elektronik abgibt, soll dafür neuerdings belohnt werden. TECHBOOK erklärt die Details.
So gibt man bei Edeka alte Elektronik ab
Wie der Lebensmittelhändler auf einer eigens dafür eingerichteten Infoseite schreibt, können Verbraucher bei Edeka ihre alte Elektronik dank einer Kooperation mit Soldmine verkaufen. Soldmine ist ein junges niederländisches Start-up mit zwei deutschen Gründern. Die Kooperation mit Edeka soll sicherstellen, dass jedes „Gerät eine zweite Chance bekommt.“ Das schone das Klima und Ressourcen.
Um bei Edeka die eigene alte Elektronik erfolgreich abzugeben, sollen Interessenten Soldmine zunächst einige Fragen beantworten. Dazu wählt man eine von sechs Kategorien aus: Handy, Mac, Tablet, Konsolen, Smartwatch oder Audio. Es geht also ausschließlich um kleine, leichte Elektrogeräte. Anschließend sucht man das exakte Modell aus und gibt weitere Details an. Besonders wichtig sind hierbei Angaben zum Zustand und zur Funktionalität des Gerätes.
Abschließend wählt man aus, in welcher Form man ausbezahlt werden möchte. Neben einer 100-prozentigen Auszahlung gibt es auch die Optionen, Edeka smart Guthaben oder einen Einkaufsgutschein in Anspruch zu nehmen. Danach teilt man noch persönliche Daten mit wie Namen, Adresse und gegebenenfalls die eigene Bankverbindung.
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Edeka verspricht viel Geld, Soldmine schnelle Bezahlung
Wie es weiter heißt, kontrolliert Soldmine das Gerät und verspricht, innerhalb von 48 Stunden den vorher festgelegten und transparent mitgeteilten Betrag zu überweisen. Zugleich stellt Edeka für alte Elektronik bis zu 500 Euro in Aussicht. Selbst bezahlen muss man nicht. Und wenn das Gerät nicht im beschriebenen Zustand ankommt, macht Soldmine ein Gegenangebot. Lehnt man dieses ab, wird es ebenfalls kostenfrei zurückgeschickt.
Generell sind Supermärkte bereits seit 2022 verpflichtet, alte Elektronik entgegenzunehmen. Allerdings ist das auf kleinere Geräte beschränkt und bringt den Verbrauchern kein Geld. Es handelt sich lediglich um gut zu erreichende Abgabestellen.

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DHL-Versand voll versichert
Einfach in die nächste Edeka-Filiale kann man aber nicht spazieren. Stattdessen erhält man am Ende des Fragevorgangs einen Barcode, mit dem man das Gerät via DHL kostenlos und voll versichert einsenden kann. Bei der Festsetzung des Ankaufspreises spielen „Marke, Modell, Zustand und aktuelle Marktnachfrage“ eine Rolle. Weitere Angaben gibt es dazu nicht. Es ist aber denkbar, dass zum Beispiel aktuellere Modelle mehr Geld einbringen werden als ältere. TECHBOOK hat einmal den Vergleich gemacht, wo sich der Verkauf alter Hardware mehr lohnt und neben Edeka auch Portale wie Rebuy und Cleverbuy begutachtet.
Ist aber einmal die Auszahlung veranlasst, können Kunden den Vorgang nicht mehr rückgängig machen. Insofern rät man dazu, das Angebot sorgfältig zu überprüfen, ehe man es annimmt.

Gute Idee – aber vielleicht mit einem kleinen Haken
„Ich persönlich sitze seit ungefähr einem Jahr auf einigen alten Elektrogeräten. Ich bin einfach zu faul, den kurzen Gang zum Wertstoffhof anzutreten und sie loszuwerden. Dabei könnte ich sogar entspannt hinlaufen. Die Kooperation von Edeka und Soldmine scheint aber einen guten Anreiz zu geben.
Wenn ich denn überhaupt meine Geräte einreichen könnte. Schließlich scheint man derzeit noch kein Interesse an meinem alten Reiskocher zu haben, was sehr schade ist. Dafür könnte ich meinen ausrangierten DualSense-Controller für die PS5 mit Stickdrift einsenden. Ich hoffe jedoch, dass man das Angebot auf weitere Produktkategorien ausweiten wird.
Ein potenzieller Streitpunkt könnten auch sicher auftretende Diskrepanzen zwischen eigener Einschätzung und der Beurteilung durch Soldmine sein. Als alter Gamer kann ich mich an den Ruf von Gamestop erinnern, wo man gebrauchte Videospiele loswerden konnte. Der Konsens war stets, dass die Ladenkette viel zu wenig bezahlt hat, für das, was man vorbeibrachte.
In einem Statement an TECHBOOK betont das Unternehmen jedoch, dass die Ankaufspreise sogar besser seien als sonst üblich. Zudem würde man sich Verhandlungen und die Gefahr, an Betrüger zu geraten, sparen.
Ich hoffe jedenfalls nicht, dass Soldmine damit anfängt, eingesendete Geräte immer öfter schlechter zu beurteilen als man selbst denkt, nur um vielleicht weniger Geld zahlen zu müssen. Das könnte wiederum in der Summe mehr abgelehnte Gegenangebote zur Folge haben, wenn Kunden dadurch verärgert sind – und somit die Zahl der zurückgeschickten Waren erhöhen. Das wäre dann weniger nachhaltig. Und damit würde man seine eigene Mission verraten.“