31. August 2017, 8:04 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Ein Abo für alle Verkehrsmittel? Ein Unternehmen aus Finnland will diese Idee der nahtlosen Vernetzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Mietwagen & Co. jetzt zur Realität machen.
Um sich ohne eigenes Auto in der Stadt fortbewegen zu können, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten: Carsharing, Leihroller – und E-Bikes bieten günstige Alternativen zu Taxis und Mietwagen, die öffentlichen Verkehrsnetze werden zusätzlich auch immer weiter ausgebaut. Wer all diese Angebote in vollem Umfang nutzen will, muss jedoch einige Abos abschließen, Kundenkonten anlegen und Apps installieren. Das Unternehmen Global MaaS will die ganze Sache nun vereinfachen: Ihre App Whim soll es ermöglichen, alle verfügbaren Verkehrsmittel zu nutzen, sich je nach Bedarf das passende heraussuchen und direkt über die App bezahlen zu können.
Whim kommt mit Flatrate
Der besondere Clou an Whim ist, dass die Anwendung nach dem Flatrate-Modell funktioniert: Pro Monat zahlt man einen festgelegten Pauschalpreis, in dem der unbegrenzte Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln sowie ein festgelegtes Budget für Taxi-Fahrten oder Mietwagen-Buchungen enthalten sind. Alternativ kann man jedoch auch seine tatsächliche Nutzung per Rechnung zahlen, „pay per ride“ heißt das dann.
Die Nutzung der App, die für iOS und Android erhältlich ist, gestaltet sich einfach: Man gibt seinen Start- und Zielort ein, Whim sucht verschiedene Reiseoptionen heraus, von denen der Nutzer die beste buchen kann.
Die Entwicklerfirma Global MaaS – die Abkürzung steht für „Mobility as a Service“ – wurde 2015 vom Finnen Sampo Hietanen gegründet. Seine App solle das „Netflix des Transportwesens“ werden, erklärte der Unternehmer gegenüber Zeit Online. Im vergangenen Jahr startete er einen Testbetrieb von Whim mit hundert Nutzern in Helsinki. Bald soll der Service auch in Amsterdam und in der britischen West-Midlands-Region starten. Das Ziel von Global MaaS ist eine größtmögliche internationale Vernetzung, die etwa Pendlern das Reisen erleichtern soll – vom Flug bis zur Straßenbahn.
Die größte Schwierigkeit von Global MaaS wird sein, die Vielzahl lokaler Anbieter, wie Nahverkehrs- und Bahngesellschaften oder Autovermietungen, anzuwerben und miteinander zu vernetzen. Sind die nicht zur Kooperation bereit, ist die Idee der Verkehrs-Flatrate nämlich nutzlos.