
27. Februar 2025, 11:05 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Nachdem Indonesien ein iPhone-16-Verbot verhängt hatte, scheint nun eine Lösung gefunden zu sein. Apple darf das Gerät wieder verkaufen.
[Update vom 27. Februar 2025] Das Tauziehen um Apples Geschäfte in Indonesien ist beendet. Nachdem das südostasiatische Land Ende 2024 ein iPhone-16-Verbot verhängt hatte, durfte das kalifornische Unternehmen zunächst seine aktuellen Flaggschiff-Smartphones nicht mehr verkaufen. Doch nun will das Land die Maßnahme wieder beenden.
Übersicht
iPhone-16-Verbot soll dank Milliarden-Investition fallen
Als Grund für das iPhone-16-Verbot gab man ursprünglich an, Apple habe weniger in das Land investiert als versprochen. Um die Regierung zu beschwichtigen, wollte Apple zunächst die Investitionen deutlich erhöhen – von etwa 109 Millionen auf 209 Millionen. Einem neuen Bericht von „Bloomberg“ zufolge ist die Summe mittlerweile auf eine Milliarde angewachsen. Zusätzlich soll Apple eine Strafe in Höhe von zehn Millionen US-Dollar bezahlen.
Die indonesische Regierung akzeptiert das Angebot, das Geld soll tatsächlich fließen. Hierzu soll in den kommenden Tagen ein entsprechendes „Momorandum of Agreement“ unterzeichnet werden. Das verantwortliche Ministerium will anschließend den Verkauf schnell wieder ermöglichen.
Das Geld soll wie versprochen in Werke gesteckt werden, in denen man unter anderem Apple-Zubehör wie AirTags herstellt. Auch hatte die Regierung die lokale Produktion des iPhones gefordert. Ob Apple dieser Forderung nachkommen wird, ist aber bislang unklar. Auch besteht immer noch die Möglichkeit, dass es doch nicht zur Unterzeichnung kommt, weil die Regierung kurzfristig noch mehr fordert. Das sei schon einmal passiert.
Es folgt die ursprüngliche Nachricht:
Apple verzehnfacht Investment in Indonesien
Um das iPhone-16-Verbot aufheben zu lassen, soll der Hersteller zunächst angeboten haben, die restliche Investmentsumme nachzureichen. Das habe aber nicht gereicht. Deswegen legte man ein neues Angebot vor, indem man das ursprüngliche Versprechen von knapp 109 Millionen US-Dollar um weitere 100 Millionen erhöhen möchte – und es somit fast verzehnfacht.
Das verantwortliche Industrieministerium Indonesiens habe nach Vorlage des neuen Angebotes zusätzlich verlangt, dass Apple, anders als vorher geplant, mehr Geld in Forschung und Entwicklung steckt und weniger in den Bau von Produktionsstätten. Eine finale Einigung sei aber noch nicht erzielt worden. Angeblich sollen Führungskräfte von Apple versucht haben, sich mit Industrieminister Agus Gumiwang Kartasasmita zu treffen, was aber bislang scheiterte.
[Update vom 1. November 2024] Nur wenige Tage, nachdem es das iPhone 16 und seine Varianten getroffen hat, vergrößert sich das Smartphone-Verbot in Indonesien. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die dortige Regierung auch sämtlichen Pixel-Modellen von Google einen Riegel vorgeschoben.
Darum wurden Pixel-Smartphones in Indonesien verboten
Die Begründung fällt ähnlich aus wie zu Apple: Google habe sich nicht an die Vorgabe gehalten, Produkte mit Komponenten zu verkaufen, die zu 40 Prozent vor Ort hergestellt worden sind. Wie ein Sprecher des dafür zuständigen Ministeriums betont, halte man an derartigen Regelungen fest, um „Fairness für alle Investoren in Indonesien“ zu schaffen. Allerdings gibt es auch Stimmen, die besagen, dass man mit einem solchen Smartphone-Verbot in Indonesien Investoren abschrecken und dafür auch noch die Bevölkerung bestrafen würde.
Interessanterweise soll Google mitgeteilt haben, dass man derzeit offiziell ohnehin keine Pixel-Geräte in Indonesien vertreiben würde. Das heißt, die Modelle müssen entweder über Drittanbieter oder illegal ins Land kommen. Immerhin soll es gestattet sein, Googles Smartphones im Ausland zu kaufen und einzuführen, sofern man die entsprechenden Steuern zahle. Die Regierung behalte sich aber vor, Geräte abzuschalten, die man illegal gekauft hat.
Strenges iPhone-16-Verbot in Indonesien
In der internationalen Technik- und insbesondere Smartphone-Welt gleicht es immer einer kleinen Zäsur in der Geschichtsschreibung, wenn Apple ein neues iPhone vorstellt. Nicht selten gilt es dann als die neue Messlatte, an der sich die Konkurrenz orientieren muss. Das weiß auch die Kundschaft, die für gewöhnlich für starke Verkaufszahlen sorgt. In einem Land gehen Fans jetzt aber leer aus. Und noch schlimmer: Das dort verhängte iPhone-16-Verbot ist so streng, dass nicht nur der Verkauf, sondern auch die Nutzung des Smartphones als illegal gilt.
Das geht aus einem Bericht der „Economic Times“ hervor. Demnach gelte seit Dienstag, dem 22. Oktober 2024, ein iPhone-16-Verbot in Indonesien. Somit darf Apple in dem südostasiatischen Land seine neuesten Smartphones nicht mehr verkaufen. Allerdings ist es damit nicht getan.
So soll der Industrieminister Kartasasmita zusätzlich jedes bereits im Land befindliche und eingesetzte iPhone 16 als „illegal“ eingestuft haben. Er habe die Bevölkerung dringlich dazu aufgerufen, sich kein Exemplar aus dem Ausland zu besorgen. Darüber hinaus sollen Bürger des Landes es melden, wenn sie innerhalb Indonesiens ein funktionierendes iPhone 16 sehen.
Auch interessant: Alle Informationen zum iPhone 17
Die wohl offizielle Vorgabe, die ein Sprecher des Ministeriums laut Reuters mitteilte, erlaubt jedoch den Kauf im Ausland, sofern Einfuhrsteuern bezahlt werden. Dies gilt für die Basis- wie auch für die Pro-Modelle. Zusätzlich sollen auch andere erst kürzlich erschienene Apple-Produkte betroffen sein, darunter die Apple Watch Series 10.
Ob das iPhone-16-Verbot auch für die vielen Touristen im Land gilt, ist nicht eindeutig. Jedoch schreibt „ET“, dass dies durchaus so weit kommen könnte. Den Ausführungen des Regierungssprechers nach zu urteilen, ist aber davon auszugehen, dass das Smartphone-Verbot in Indonesien nicht für Besucher gilt.

Politiker fürchten Spionage Könnte TikTok in Deutschland wirklich verboten werden?

China prüft Verkauf Übernimmt Elon Musk bald die US-Sparte von TikTok?

Wissen Was ist TikTok? Die App einfach erklärt
Darum gibt es jetzt ein iPhone-16-Verbot
Grund für diese drastische Entscheidung soll sein, dass Apple ein zuvor abgegebenes Versprechen gegenüber der Nation nicht eingehalten haben soll. Der Hersteller soll nämlich Investitionen in Höhe von umgerechnet etwa 109 Millionen US-Dollar angekündigt haben. Das sollte zum Ziel haben, lokale Inhalte und die örtliche Infrastruktur zu verbessern.
Bislang sollen aber nur etwa 95 Millionen US-Dollar geflossen sein. Deswegen sah sich das dafür zuständige Ministerium dazu genötigt, kein Zertifikat für die IMEI (International Mobile Equipment Identity) zu vergeben, die aber in Indonesien Voraussetzung für den legalen Betrieb ist. Eine Reaktion Apples blieb bislang aus.
Die indonesische Regierung verlangt von ausländischen Unternehmen, bedeutsam und nachhaltig zur lokalen Wirtschaft und Industrie beizutragen. Apple-CEO Tim Cook besuchte im April dieses Jahres das Land und traf sich sogar mit Präsident Joko Widodo. Dabei soll Cook angedeutet haben, dass man bei Apple über die Errichtung von Herstellungsfabriken und anderen Einrichtungen nachdenke.