
3. Dezember 2024, 17:20 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Dass es die PlayStation von Sony überhaupt gibt, ist einer der kuriosesten Wendungen in der Geschichte der Spielebranche zu verdanken. Aus dem Plan für ein Laufwerk wurde eine der erfolgreichsten Konsolen der Welt.
2024 feiert Sony 30 Jahre PlayStation und damit ist sowohl die Marke als solche als auch die erste eigene Spielekonsole gemeint. Ursprünglich wollte der Elektronik-Konzern sich gar nicht den Aufwand machen, eine komplett eigene Videospiele-Plattform zu etablieren. Der Plan war stattdessen eine Zusammenarbeit mit Nintendo, dem damaligen Konsolen-Platzhirsch. Doch die Vereinbarungen platzten – und das gab der Geschichte der Branche einen ganz anderen Verlauf.
30 Jahre PlayStation: Alles begann mit der CD-Rom
Auslöser für die geplante Kooperation der beiden Unternehmen war die Erfindung der CD-Rom. Die Silberscheiben waren deutlich günstiger zu produzieren und sollten als Speichermedium auch für Spiele die bislang genutzten teureren Spielkassetten ersetzen. 1988 vereinbarten die beiden japanischen Konzerne die Entwicklung eines CD-Rom-Laufwerks für Nintendos SNES-Konsole. Sony sicherte sich dabei die Zusage der vollen Kontrolle über die Software auf den Discs.
Möglicherweise dachten die Manager von Nintendo, dass Sony lediglich Enzyklopädien oder ähnliche Software, aber keine Spiele per CD-Rom auf die Konsolen bringen wollte, schrieb US-Autor David Sheff in seinem Buch „Game Over“. Oder Nintendo-Patriarch Hiroshi Yamauchi fühlte sich unter Druck in dem Glauben, nur so an die neue Technologie kommen zu können. Als die Zusammenarbeit anlief, überkam Yamauchi aber das Gefühl, dass er zu viel weggegeben hatte: Sony konnte auf eigene Faust Spiele auf SNES-Konsolen bringen, ohne dass Nintendo daran mitverdient hätte.
Nachdem es nicht gelungen war, die Konditionen nachzuverhandeln, entschied sich Yamauchi für einen Coup. Hinter dem Rücken von Sony fädelte Nintendo einen CD-Rom-Deal mit Philips ein. Bekannt gegeben wurde er nur einen Tag, nachdem Sony sein SNES-Laufwerk angekündigt hatte. Es folgte Streit vor Gericht, am Ende wurde gar kein CD-Rom-Laufwerk für die SNES gebaut. Doch das viel wichtigere Ergebnis der Geschichte war: Sony beschloss, selbst ernsthaft ins Videospielgeschäft einzusteigen und Nintendo Konkurrenz zu machen. Der Sony-Ingenieur Ken Kutaragi, der auf eigene Faust an einer Konsole herumgebastelt hatte, wurde mit dem Projekt betraut und gilt als Vater der PlayStation.
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Die PlayStation kommt auf den Markt
Die wichtigsten Merkmale der Konsole waren ein CD-Rom-Laufwerk, 3D-Grafik, sowie die Bereitschaft von Sony zu massiven Marketing-Kampagnen und einer aggressiven Preisgestaltung. Schließlich galt es für den Neuling, sich in einen bereits hart umkämpften Markt hineinzudrängen. Auf dem US-Markt startete die PlayStation im Herbst 1995 mit einem Preis von 299 Dollar – deutlich günstiger als die konkurrierende Konsole Sega Saturn. Nintendos Neuling N64 setzte Sony im Jahr darauf mit einer Preissenkung unter Druck.
Neben besserer Grafik und deutlich mehr Speicherplatz zog die Spieleentwickler auch die Möglichkeit an, die Software auf CDs günstiger zu produzieren. Außerdem freuten sie sich über eine Alternative zu Nintendos von strikter Kontrolle geprägter Plattform.
Die PlayStation wurde zu einem globalen Hit mit mehr als 100 Millionen verkauften Geräten. Das Nachfolgemodell PlayStation 2 wurde mehr als zehn Jahre produziert und ist die meistverkaufte Spielekonsole aller Zeiten. Während die ambitionierte PlayStation 3 gegen Nintendos günstige Wii mit ihrer pfiffigen Bewegungssteuerung das Nachsehen hatte, kam der Hersteller mit der PlayStation 4 mit erneut mehr als 100 Millionen verkauften Einheiten wieder auf Erfolgskurs.
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Und die nächsten 30 Jahre PlayStation?
Wie wohl die nächsten 30 Jahre PlayStation aussehen werden, weiß vielleicht nicht einmal Sony selbst. 2020 brachte das Unternehmen mit der PS5 seine aktuelle Konsolengeneration heraus. Zum Verkaufsstart war sie so heiß begehrt, dass Sony lange Zeit nicht mit der Produktion hinterherkam; der Mangel an Chips und anderen Teilen erschwerte das zusätzlich.
Mittlerweile soll sich die PS5 in ihrer Endphase befinden, auch weil die Verkaufszahlen noch Anfang 2024 schwächelten. Es dürfte trotzdem spannend bleiben, wie sie am Ende abschneiden wird. Schließlich brachte Sony erst kürzlich die PlayStation 5 Pro heraus, die technisch noch einmal zugelegt hat.

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PS6 und neues Handheld
Offizielle Informationen zur PlayStation 6 gibt es derzeit noch keine. Allerdings kursieren bereits mehrere Gerüchte zur nächsten Hardware-Generation, die sehr vielversprechend klingen. Unter anderem berichtete „Insider Gaming“, dass die PS6 dank der neuen UDNA-GPU-Architektur von AMD grafisch brillieren soll. Auch munkelt man, dass entweder ein Zen4- oder Zen5-Hauptprozessor im Gehäuse stecken wird.
Ferner soll sich ein neues PlayStation-Handheld in der Entwicklung befinden. Mit diesem soll man in der Lage sein, PS5-Spiele unterwegs zu zocken. Das Projekt soll sich aber in einem solch frühen Stadium befinden, dass es immer noch eingestellt werden könnte.