
18. Juli 2023, 13:15 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im vergangenen Jahr wurde im US-Bundesstaat Virginia ein Mädchen entführt und elf Tage lang von ihrem Peiniger festgehalten. Dann konnte das FBI sie finden – unter anderem dank der Daten einer Nintendo Switch. TECHBOOK erzählt die ganze Geschichte.
Es ist der Fall, vor dem sich wohl viele Eltern fürchten. Die minderjährige Tochter macht eine scheinbar harmlose Internet-Bekanntschaft. Hier handelte es sich um eine 15-Jährige aus dem US-Bundesstaat Virginia und den Endzwanziger Ethan Roberts aus Tolleson, Arizona. Davon berichtet aktuell u. a. der Sender ABC15 Arizona. Der Mann besuchte das Mädchen im August 2022 in seinem Zuhause und brachte es in seine Gewalt. Doch wohl unüberlegt gestattete er seinem Opfer, eine Spielkonsole mitzunehmen – eine Nintendo Switch. Genau dieses Detail sollte dem FBI dabei helfen, den Aufenthaltsort der entführten Teenagerin zu lokalisieren. Das geht aus den Gerichtsdokumenten hervor, die der Öffentlichkeit inzwischen zur Verfügung stehen.
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Nintendo-Switch-Daten führten FBI zu Entführer
Der Entführer hielt das Mädchen in seinem Zuhause in Tolleson fest und soll es, wie aus der Akte hervorgeht, zu Kinderpornografie gezwungen haben. Der Griff zur Nintendo Switch, laut dem Bericht um „YouTube zu gucken und ein Spiel herunterzuladen“, sollte ihre Rettung sein. Denn die 15-Jährige wählte sich für die Nutzung ihrer Konsole ins WLAN des Entführers ein. Eine Freundin bemerkte ihren Online-Status – wissend, dass sie aktuell vermisst ist – und informierte geistesgegenwärtig die Polizei. Das FBI wandte sich an den Hersteller und erhielt auf Basis der Internet-Verbindungsdaten die IP-Adresse, mit der die Nintendo Switch verbunden war. Dadurch konnte die Sicherheitsbehörde den Aufenthaltsort des Opfers schnell lokalisieren. Kurze Zeit später wurde das Mädchen aus dem Wohnkomplex, in dem Roberts lebte, befreit. Der Entführer wurde festgenommen.
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30 Jahre Gefängnis für den Täter
Es war nicht das erste Vergehen des Entführers. Ethan Roberts wurde für zahlreiche Delikte angeklagt – darunter die Verbreitung von Kinderpornografie und die aktuelle Entführung einer Minderjährigen mit der Absicht sexueller Handlungen. Die Verurteilung erfolgte im vergangenen April, der Straftäter erhielt eine Freiheitsstrafe von 30 Jahren.
Wer sich nun im Übrigen Sorgen darum macht, welche Daten die Spielekonsole sammelt, kann beruhigt sein. In erster Linie speichert die Nintendo Switch nur die die Spieldaten seiner Nutzer. Personenbezogene Daten speichert Nintendo hingegen vor allem im Kontext des kostenpflichtigen Abonnements Switch Online. Allerdings sollte sich generell jeder Gamer darüber im Klaren sein, dass Spielekonsolen im Hintergrund etwa eine Geräte- und Netzwerkerkennung laufen haben. Außerdem wird mit Datum und Uhrzeit gespeichert, wann auf welche Software zugegriffen wurde.