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24. Februar 2025, 13:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer bislang einen Handytarif bestellt hat, bekam die klassische SIM-Karte in der Regel kostenfrei dazu. Doch zunehmend rückt die eSIM in den Fokus und läuft der bekannten Plastik-SIM-Karte den Rang ab. Erste Mobilfunkanbieter geben Letztere nur noch gegen Gebühr heraus.
Beim Netzbetreiber 1&1 zeichnet sich ein neuer Trend ab, der sich womöglich auf weitere Mobilfunkanbieter ausweiten könnte. Für die physische 3-in-1-SIM-Karte müssen Kunden neuerdings eine Gebühr bezahlen; kostenfrei gibt es nur noch die eSIM zum Tarif. 1&1 hat bei seinen eigenen Tarifen bereits Ende 2024 den Anfang gemacht, doch nun weitet der Netzbetreiber das Vorgehen aus. Auch winSIM, eine der bekannteren Marken der zu 1&1 gehörenden Drillisch-Gruppe, bietet die Plastik-SIM künftig nur noch gegen Gebühr an.
eSIM bringt Vorteile für Kunden
Mit der neuen Preisgestaltung möchten 1&1 und die Drillisch-Gruppe offenbar die Nutzung der eSIM vorantreiben. Der Vertrieb sowie die Verwaltung der digitalen SIM sind für Anbieter deutlich kostengünstiger. Die eSIM kommt als digitaler Code aufs Handy, die Fertigung, Programmierung und – je nach Vorgehen – der Versand einer Plastik-SIM-Karte werden somit überflüssig. „Immer mehr Kunden entscheiden sich für eSIMs, für deren Herstellung keine physischen Materialien benötigt werden“, erklärt Drillisch. Daher wolle man den Fokus künftig mehr auf die digitale SIM und deren nachhaltigere Nutzung legen.
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winSIM hebt zudem hervor, dass die eSIM zahlreiche Vorteile für Kunden bietet. Neben einer schnelleren und einfacheren Aktivierung entfällt das umständliche Einsetzen einer physischen SIM-Karte. Zudem erlaubt die Technologie, mehrere Profile auf einem Gerät zu verwalten, was insbesondere für Vielreisende oder Geschäftskunden interessant ist.
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Das kostet die klassische SIM-Karte bei 1&1 und winSIM
Doch fest steht, dass nicht jeder Kunde so ohne Weiteres auf die eSIM umsteigen kann. Es gibt immer noch zahlreiche Smartphones auf dem Markt, die nicht eSIM-fähig sind. Vor allem im Günstig- und Mittelklasse-Segment ist dies der Fall. Auch ältere Geräte unterstützen die eSIM nicht. Kunden, die ein solches Smartphone nutzen, sind somit auf die klassische SIM-Karte angewiesen.
Bei 1&1 sowie winSIM müssen sie die physische SIM-Karte daher künftig kostenpflichtig zubuchen. Beide Anbieter verlangen dafür eine Gebühr von einmalig 2,90 Euro. Sollten Kunden die SIM-Karte verlieren und einen Ersatz benötigen, kostet dies 14,90 Euro. Die Ersatz-eSIM bleibt hingegen kostenlos.
Noch ist unklar, ob andere Drillisch-Marken wie sim.de, smartmobil oder PremiumSIM dem Beispiel des Mutterkonzerns sowie winSIM folgen werden. winSIM dient aktuell als Testfeld für neue Strategien des Unternehmens. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es bald bei weiteren Mobilfunkanbietern Einzug halten.